Berlin ist eine vielfältige Stadt. Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und mit verschiedenen Familienformen leben hier zusammen. Diese Bevölkerungsdiversität steht im Zentrum der Forschung des Einstein Center Population Diversity (ECPD). Das ECPD ist ein interdisziplinäres Forschungszentrum in Berlin. Es wird von der Einstein Stiftung Berlin, einer Stiftung des Landes Berlin, gefördert. Doch wie erleben diese unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen ihre Stadt? Welche Herausforderungen bewegen die Berliner:innen und unterscheiden sich ihre Sorgen je nach Alter, sozialer Lage, Herkunft oder Wohnort? Die Studie „Die Zukunft Berlins“ geht diesen Fragen nach und zeigt, wo Sorgen die Stadtgesellschaft verbinden und wo sich deutliche Unterschiede zeigen.
Wie wohnen die Berliner:innen?
Berlin ist eine vielfältige Stadt. Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und mit verschiedenen Familienformen leben hier zusammen. Diese Bevölkerungsdiversität steht im Zentrum der Forschung des Einstein Center Population Diversity (ECPD). Das ECPD ist ein interdisziplinäres Forschungszentrum in Berlin. Es wird von der Einstein Stiftung Berlin, einer Stiftung des Landes Berlin, gefördert. Doch wie erleben diese unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen ihre Stadt? Welche Herausforderungen bewegen die Berliner:innen und unterscheiden sich ihre Sorgen je nach Alter, sozialer Lage, Herkunft oder Wohnort? Die Studie „Die Zukunft Berlins“ geht diesen Fragen nach und zeigt, wo Sorgen die Stadtgesellschaft verbinden und wo sich deutliche Unterschiede zeigen.
Die Wohnsituation in Berlin ist seit Jahren Gegenstand intensiver öffentlicher und politischer Debatten. Im Mittelpunkt stehen steigende Mieten, ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum und die Schwierigkeit, eine passende Wohnung zu finden. Nach den Ergebnissen des Mikrozensus lebten 2022 in Berlin 84 % der Haushalte zur Miete, während 16 % in selbst genutztem Wohneigentum wohnten (Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, 2024). Bundesweit war das Verhältnis deutlich ausgeglichener: 58 % der Haushalte lebten zur Miete und 42 % in selbst genutztem Wohneigentum (Statistisches Bundesamt 2024).
Neben dem Miet- oder Eigentumsverhältnis prägt auch die Haushaltsgröße den Wohnraumbedarf. Berlin ist dabei stärker durch kleine Haushalte geprägt als Deutschland insgesamt. In Berlin waren 50 % der Haushalte Einpersonenhaushalte und weitere 29 % Zweipersonenhaushalte. Bundesweit lagen die entsprechenden Anteile bei 42 % und 34 %. Auf Haushalte mit drei beziehungsweise vier Personen entfielen in Berlin 10 % und 8 %, bundesweit waren es 12 % und 10 % (Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, 2024; Statistisches Bundesamt 2026).
Aus der allgemeinen Lage auf dem Wohnungsmarkt lässt sich jedoch nicht unmittelbar ableiten, wie die Berliner:innen tatsächlich wohnen und ob ihre Wohnsituation mit ihrer Lebenszufriedenheit zusammenhängt. In der Studie „Die Zukunft Berlins“ haben wir die Berliner:innen deshalb nach ihrer Wohnsituation und ihrer allgemeinen Lebenszufriedenheit gefragt.
Wie schätzen die Berliner:innen ihre Wohnsituation ein?
Um die Wohnsituation der Berliner:innen abzubilden, wurde zunächst die Anzahl der Zimmer ins Verhältnis zur Anzahl der Personen im Haushalt gesetzt. Als Zimmer wurden Räume ab sechs Quadratmetern gezählt. Küche und Bad waren ausdrücklich ausgeschlossen. Zur Haushaltsgröße zählen alle im Haushalt lebenden Personen, einschließlich der befragten Person und der dort lebenden Kinder. Anschließend wurde unterschieden, ob weniger Zimmer als Personen, gleich viele Zimmer wie Personen oder mehr Zimmer als Personen vorhanden sind.
Das Verhältnis von Zimmern zu Haushaltsmitgliedern wird in der Wohnforschung als Indikator für die Wohnraumversorgung verwendet. Es gibt Hinweise darauf, ob die vorhandenen Zimmer den räumlichen Bedarf eines Haushalts decken und ausreichend Möglichkeiten für unterschiedliche Nutzungen sowie für den Rückzug einzelner Haushaltsmitglieder bieten (Lersch 2014). Das hier verwendete Maß berücksichtigt jedoch weder die gesamte Wohnfläche noch den Zuschnitt der Wohnung oder die konkrete Nutzung der einzelnen Räume.
Die Mehrheit der befragten Berliner:innen (60 %) wohnt in einer Wohnung, in der mehr Zimmer als Personen vorhanden sind. Bei 30 % entspricht die Anzahl der Zimmer der Anzahl der Personen im Haushalt. 10 % der Befragten wohnen in einem Haushalt, in dem es weniger Zimmer als Personen gibt (Tabelle 1).
