Obwohl die medizinische Versorgung von Menschen ohne Papiere in den Sozialwissenschaften bereits Beachtung gefunden hat, wird sie weitgehend nicht aus einer rassismuskritischen Linse betrachtet. Die Perspektiven und Wissensparadigmen rassistisch marginalisierter und/oder illegalisierter Gemeinschaften werden systematisch aus der Wissensproduktion ausgeschlossen. Dies stellt eine Form epistemischer Ungerechtigkeit dar, die es zu überwinden gilt. Mit diesem Beitrag wollen wir eine Diversifizierung der Gesundheitswissenschaften anregen, die unterdrückte Perspektiven und Theorien respektvoll in die Forschung integriert. Eine derartige Demokratisierung der Wissensproduktion, geleitet von einer Ethik der Fürsorge, kann einen wertvollen Beitrag zur epistemischen Gerechtigkeit in der Gesundheits- und Versorgungsforschung leisten. Somit können die zugrunde liegenden strukturellen Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung von Menschen ohne Papiere besser verstanden und angemessene Maßnahmen entwickelt werden, die das Recht auf Gesundheit für alle Menschen in Deutschland ermöglichen.